Geschichte

Sei willkommen, setze Dich in die Kirche und genieße die Ruhe. Setze Dich und finde Ruhe in Deinem Herzen und atme die Kraft für Treue, Gutheit und Wahrheit. Bitte auch für Vrbice. Schon vor langen Zeiten wachte sie, wie die alten Väter sagten, dass in Mähren und Böhmen nichts wertvolles gestohlen wird und Boshaftigkeit das Land beherrscht. Bitte unseren Herrn dass wir auch so bleiben.

(Schriftlich festgehalten in der Pfarrkirche des Heiligen Jiljí in Vrbici)

Vrbice ist innerhalb der deutschen Kolonisation um das Jahr 1220 entstanden und nannte sich Michelsdorf (diesen Namen benutzten die Deutschen noch bis ins 18. Jahrhundert). Vrbice liegt im Gebiet der mährischen Slowakei. Die ersten Aufzeichnungen wurden von dem Bischof Robert aus Olomouc im Jahre 1222 niedergeschrieben. Die Bewohner waren freie Leute mit der Aufgabe das Dorf zu bewachen und Militärdienst zu leisten. Auf der höchsten Stelle genannt "Stráži" (Wachberg) brannte vor grauen Zeiten immer Feuer, wenn Feinde die Grenzen überschritten hatten um die Nachbardörfer damit zu warnen. Dann haben sich die Leute schnell in die unterirdischen Gänge versteckt, die man lochy nannte. Der Name Vrbice, aus dem deutschen Wurbitz, ist abgeleitet von Weidenbäumen. Interessant ist auch die Entstehung des heutigen Namens von Vrbice. Im Jahre 1222 hieß das Dorf Vrbice, von 1269 - 1750 Michelsdorf und 1850 Wrbitz. Vrbice wurde wahrscheinlich im 14. Jahrhundert tschechisch. Im Jahre 1356 war Vrbice im Besitz von Vratislav von Vrbice und im Jahre 1381 von Hrzka von Äelevic, danach von den Brüdern aus Sobebrich, Jindrich von ViÜnovΘho und Protivec und Zßstrizl. Ab dem Jahre 1512 gehörte Vrbice dem Herrn Kuna aus KunÜtßtu. Aus diesem Grunde ging Vrbice zu der Herrschaft aus Cejkovicke über. Nach dem Krieg um den weißen Berg ging Cejkovice gemeinsam mit Vrbice in den Besitz der Jesuiten Glaubensgemeinschaft über. Nach deren Auflösung hat Josef der II. diesen Grundbesitz zu Hodonin gekauft. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wohnten im Dorf 41 Einwohner und der freie Hof "Ondriašovský" mit 3 lány (= 180 mer). Im laufe des 30 jährigen Krieges verwahrlosten 25 Häuser und auch der freie Hof.

Nach dem Teresianischen Katasteramt gehörten zu der Gemeinde 1 408,3 mer Felder, 300 mer Weiden, 99 mer Weinberge, 94 Fuhren Heu, 40 mer Wald und weiter noch 27 Häuser. Für die Herrschaften mussten 23 půlláníků, 6 čtvrtláníků, 4 Sattelpferde und 20 Kleinbauer Frondienste leisten - In dieser Zeit mussten sie 66 Goldtaler, 26 Kronen, 6 mal 60 Eier abgeben. Ein zehntel von der Weizenernte und der Weinlese war für das Pfarrhaus und die Herrschaft bestimmt. Für Cejce waren sie zur Abgabe verpflichtet: ein půllánů zu 12 Eier und ein čtvrtlánů zu 6 Eier. Von dem Frondienst konnte man sich für 200 Silbertaler freikaufen und dieses sollte zwischen 1853 - 1873 bezahlt werden. Auf der "Stráži" (Wachberg) stand ab dem Jahre 1839 eine Windmühle. Dort hat eine Wache gestanden, welche die Leute warnten, wenn bei Unruhen der Feind kam. Im Jahre 1843 viel fast das ganze Dorf in Schutt und Asche. 1861 bedrohten 6 große Brände das Dorf. Ab dem Jahre 1850 - 1960 gehörte es zum Amtbezirk Hustopece, nur die Ausnahme waren die Jahre 1938 - 1945, wo es zum Bezirk Äidlochovice gehörte und später zum Bezirk Hodonin. Befreit wurde Vrbice am 14.04.1945 von der Roten Armee. Politisch war die Demokratie immer an erster Stelle und hat auch die Wahl 1946 gewonnen. Nach der ersten Grundbesitz-Reform haben die kleinen Grundbesitzer 24 ha aus dem Cejkovicer Hof und 12 ha aus dem Kobyli Hof bekommen, gesamt 36 ha Ackerland. Die JZD (Kolchose) wurde 1949 gegründet und hat die Landwirtschaft im Jahre 1958 größtenteils übernommen. Im Jahre 1963 besaß die JZD 645 ha Ackerland und 334 Festangestellte. Gewerbetreibende wurden im Jahre 1959 in den Betriebsstätten der MNV vereinigt. Im Jahre 1906 wurden die Sparkasse und die Raiffeisenbank gegründet. 1949 wurden diese in Kampelicka umgewandelt und 1955 die Agenda in das Postamt. 1930 hatte die Gemeinde 1349 Einwohner, davon waren 260 Landwirte, 50 Handwerker, 15 Gewerbetreibende, 14 Hilfsarbeiter, 6 Festangestellte, 12 Dienstsboten und 516 ohne Arbeit. Im Jahre 1961 zählte die Gemeinde 1456 Einwohner, davon waren 661 Einwohner Hilfsarbeiter, 88 Angestellte, 585 Landwirte und 95 Kleinbauer. Der Verein der Freiwilligen Feuerwehr wurde im Jahre 1908 ins Leben gerufen. Die Gewerkschaft der Nationalen Einheit wurde im Jahre 1910 gegründet. Der Adler wurde 1921, die Gemeinschaft der Landleute im Jahre 1945 und die Winzervereinigung im Jahre 1949 gegründet. 1 mer = 20 a, ein pullßnik besitzt 600 a, ein ctvrtlßnik besitzt 300 a.

Die Gemeinde war ursprünglich dem Pfarrhaus in Cejkovice untergeordnet. Im Jahre 1343 wurde entschieden, dass ein zehntel der Ernte der Kirche Cejkovice abgegeben werden musste, während die Kirche aus Kobyli das Recht auf ein zehntel aus den 6 mittleren Gefilde und aus allen 20 Gefilde hatte, welche damals im Jahre 1269 zu Michelsdorf gehörten. Ab dem Jahre 1749 gehörte die Gemeinde zum Pfarrhaus in Kobyli. Über dem Dorf steht majestätisch die Kirche des Heiligen Jiljφ, die von den Glaubensbrüdern des Heiligen von 1913 bis 1920 im pseudoromanischen Stil mit Turm (36m hoch) erbaut wurde. Der Friedhof, nicht weit von der Kirche wurde im Jahre 1790 gegründet. Die Kapelle in Richtung Boretice gehört zum Pfarrhaus und stammt aus dem Jahre 1888. Der Platz bei der Schule ist mit der Statue des heiligen Alois geschmückt und der Holzturm stammt aus dem Jahre 1698. Die Gemeinde war ursprünglich der Schule von Kobyli zugeordnet, ende des 18. Jahrhunderts wurde die Schule in VrbiceSchulgebäude mit dem Turm wieder neu gebaut und im Jahre 1908 entstand sie wie bis heute. 1937 wurde noch ein Teil angebaut. Ab dem Jahre 1953 werden in Vrbice die Klassen von 1 - 5 unterrichtet. Das Verzeichnis der Gemeinde wurde ab dem Jahre 1706 geführt und die Kataster-Bücher seit 1808. Ab dem Jahre 1749 hat Vrbice auch ein eigenes Siegel, auf welchem eine Weide mit dem Schriftzug "WRBICZE DIEDINA" abgebildet ist.